Die Akkreditierung & Qualitätssicherung

Mit dem Ziel, bis 2010 einen gemeinsamen europäischen Hochschulraum zu schaffen, hat Deutschland zusammen mit seinen europäischen Nachbarstaaten im Jahr 1999 die sog. Bologna-Erklärung unterzeichnet, die wohl umfangreichste Hochschulreform neuerer Zeit.

Auffälligstes Merkmal dieser Reform ist die geplante Umstellung aller Studiengänge auf das zweistufige Bachelor-/Master-Studiensystem.

Bei der Neustrukturierung der Studiengänge muss sichergestellt werden, dass gewisse fachliche Mindeststandards eingehalten bzw. bestimmte Strukturvorgaben erfüllt werden. Daher müssen sich alle Bachelor- und Masterstudiengänge einem Akkreditierungsverfahren unterziehen, das auf ländergemeinsamen Vorgaben der Kultusministerkonferenz basiert. Studierenden und Arbeitgebern sollen dadurch verlässliche und aussagekräftige „Kennzahlen“ hinsichtlich der Qualität von Studienprogrammen und Hochschulen gegeben werden. Die Akkreditierung ist Voraussetzung für die staatliche Genehmigung neuer Studiengänge.

Auf Beschluss der Kultusministerkonferenz wurde daher ein nationaler Akkreditierungsrat eingerichtet, der für die Einhaltung und Durchsetzung vergleichbarer Qualitätsstandards zuständig ist und bestimmte Grundanforderungen an das Akkreditierungsverfahren definiert. Die eigentliche Akkreditierung von Studiengängen erfolgt letztlich durch Akkreditierungsagenturen, die sich ihrerseits vom Akkreditierungsrat akkreditieren lassen müssen und an dessen Beschlüsse gebunden sind.

In Deutschland sind insgesamt sieben Akkreditierungsagenturen berechtigt, das Qualitätssiegel des Akkreditierungsrates zu vergeben. Eine dieser Agenturen ist die Agentur für Qualitätssicherung durch Akkreditierung von Studiengängen (AQAS e.V.).

Der Masterstudiengang „Medizinrecht“ wurde am 17.08.2009 von AQAS e.V. mit dem akademischen Hochschulgrad „Master of Laws“ (LL.M.) akkreditiert. Die Akkreditierung des Studiengangs erfolgte ohne Auflagen.

Das Akkreditierungsverfahren ist grundsätzlich in mehrere Phasen gegliedert:

1. Antragserstellung & Eröffnung des Verfahrens
2. Begehung durch eine Gutachtergruppe
3. Abschluss des Verfahrens und Akkreditierung durch die Akkreditierungskommission von AQAS e.V.

Auszug aus dem Bericht von AQAS zur Akkreditierung der beiden Masterstudiengänge "Medizinrecht" und "Altersvorsorge":

"[...] Der Antrag „Medizinrecht" der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der WWU hat eine vorzügliche Qualität auf allen Ebenen der Bewertung, basiert auf einer modernen Konzeption eines multidisziplinären und multiprofessionellen sowie Theorie-Praxis-orientierten querschnittigen Medizinrechts, setzt diese curricular sowohl wissenschaftlich wie berufsfeldorientiert konsequent um und ist fachlich-personell exzellent ausgestattet.

In das Ausbildungsprofil der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der WWU fügt sich der neue Antrag sehr gut ein und bildet mit den übrigen existierenden weiterbildenden Studiengängen ein überzeugendes Gesamtangebot. Die WWU unterstützt diese Angebot in vorbildlicher Weise.

[...]

Das Curriculum überzeugt, umfasst die Vermittlung übergreifenden Wissens und methodischer Fähigkeiten sowie auch kommunikativer und darstellerischer Kompetenzen. Die Zugangsvoraussetzungen sind eindeutig definiert und folgerichtig. Das Curriculum löst die gesetzten Ziele im Wesentlichen ein. Die Schwerpunktsetzung in den Modulen ist konsequent. Das Verhältnis zwischen Grundlagen- und schwerpunktsetzenden Modulen und ihr Zuschnitt sind gut konzipiert und abgestimmt und es erscheint auch genügend Flexibilität gewährleistet, um aktuelle und neue Entwicklungen in den jeweiligen Bereichen des Medizinrechts zu berücksichtigen. Gerade dieser Aspekt wird auch durch die vorzügliche Auswahl der Lehrenden aus dem Bereich der Praxis gewährleistet.

[...]

Nach der Vor-Ort Begehung bleibt festzuhalten, dass die Betreuung durch die Verantwortlichen der JurGrad gGmbH als Mittlerstelle zwischen Dozierenden und Studierenden hervorragend ist. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort sind gut erreichbar, die Sprechzeiten sehr umfassend.    

[...]

Die Studiengänge sind als Weiterbildungsstudiengänge konzipiert, sodass davon ausgegangen werden muss, dass die Studierenden nebenbei auch noch einer anderen Tätigkeit nachgehen. Dieser Umstand wurde im Aufbau der Studiengänge umfassend berücksichtigt.    

[...]    

Die Universität Münster stellt den Studierenden der beiden Studiengänge die Infrastruktur sowohl der Universität selbst als auch die der Landesbibliothek in äußerst großzügigem Umfang zur Verfügung. Die Studienbedingungen werden durch die angemessene Unterbringung in den gut ausgestatteten Räumen der JurGrad gGmbH nahezu ideal gestaltet.  

[...]

Das äußerst verzweigte Medizinrecht, das überwiegend durch untergesetzliche Normen und Richterrecht geprägt ist, wird von erfahrenen Dozenten aus Wissenschaft und Praxis komfortabel abgedeckt. Die Praktiker bringen Anwalts-, Gerichts- oder Verbandserfahrung ein, meist auch Wissen aus Bundesgremien (z.B. Gemeinsamer Bundesausschuss). Sie haben Vortragserfahrung und sind – ebenso wie die Wissenschaftler – meist durch einschlägige aktuelle Publikationen ausgewiesen.

Besonders überzeugt, dass viele Dozenten die (z.T. galoppierende) Gesetzgebung im Gesundheitswesen sowie die einschlägige Rechtsprechung aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit ohnehin aktuell mit verfolgen müssen und daher den Studenten auch Reformüberlegungen mit Gegenargumentationen sowie den neuesten Stand der Rechtsprechung rechtzeitig vermitteln können. Hilfreich ist zudem, dass einige Themen von Dozenten aus unterschiedlicher Sicht (aufgrund unterschiedlicher beruflicher Tätigkeit) beleuchtet werden. Das vertieft die Erkenntnisse der Studenten, was bei den widerstreitenden Interessen im Gesundheitswesen (Ärzte, Patienten, Krankenkassen, Kassenärztliche Vereinigungen etc.) besonders wichtig ist.  

[...]

Beide Studiengänge greifen attraktive und zukunftsträchtige Berufsfelder auf und können damit gegenwärtige Tätigkeitslücken schließen und künftigen erhöhten Bedarf an Spezialisten abdecken.  

[...]

Der Studiengang soll für die berufliche Spezialisierung qualifizieren und Chancen auf Führungspositionen in spezialisierten medizinrechtlichen Kanzleien, Krankenkassen, Verwaltungen, Verbänden, Institutionen und Unternehmen des Gesundheitssektors, auch in der Pharma- und Medizinproduktindustrie, eröffnen. Durch die thematische Abdeckung der notwendigen theoretischen Kenntnisse nach der Fachanwaltsordnung eröffnet sich laut Antrag zudem die Perspektive einer Tätigkeit als „Fachanwalt für Medizinrecht". Berufliche Möglichkeiten bestehen grundsätzlich in allen Bereichen des Gesundheitswesens, neben den genannten auch in der Krankenhausverwaltung und -leitung, in der Gesundheitsverwaltung etc.

Der Studiengang soll die Vermittlung von wissenschaftlich fundiertem Fach- und Strukturwissen auf dem Gebiet des Medizinrechts mit einem für den beruflichen Alltag entscheidenden starken Praxisbezug kombinieren. Neben der Kenntnis des Normenkorpus, der wissenschaftlichen Lehrmeinungen, des Standes der richterlichen Rechtsfortbildung und weiterer praxisrelevanter Informationen soll vor allem, den Studierenden die Fähigkeit vermittelt werden, Strukturen zu erkennen, das erlernte Wissen auf unbekannte und neue Problemkonstellationen anzuwenden, Lösungswege auszuarbeiten und sich selbstständig neues Wissen aneignen zu können. Die Vermittlung der Binnen- und Querbezüge des Materials und der laufende Rückbezug des vermittelten Rechtsstoffs auf seine ökonomischen, verfassungsrechtlichen und rechtspolitischen Dimensionen soll die Studierenden zudem in die Lage versetzen, aus einer vertieften Kenntnis der Zusammenhänge heraus auch die Entwicklungsdynamik des Gebietes zu verstehen. Die Fertigkeit, praxisbezogene Problemstellungen zu erkennen und zu lösen, soll durch eine berufsfeldrelevante Schwerpunktsetzung bei der Vermittlung des grundlagenbezogenen und fachspezifischen Wissens erreicht werden.

Insgesamt sollen die Studierenden in die Lage versetzt werden, in den im Gesundheitswesen auftretenden Rechtsfragen kompetent zu beraten und zu agieren sowie zu einer reflektierten Entscheidungsfindung zu gelangen. Insbesondere sollen die Studierenden auf die Mittlerfunktion zwischen Medizin und Rechtswissenschaft vorbereitet werden, die beratenden Expertinnen und Experten auf dem Gebiet des Medizinrechts zukommt. Innerhalb der Module sollen durch die gemeinsame Formulierung von Rechtsratschlägen gezielt die hierfür nötigen kommunikativen Fähigkeiten der Studierenden geschult und notwendiges Vorwissen wie medizinisches Fachvokabular vermittelt werden. Im Rahmen einer Präsentationsprüfung sollen die Studierenden diese Fertigkeiten nachweisen.

Das Curriculum zum Medizinrecht wird der Vielschichtigkeit dieses Themas gerecht. Sowohl Grundlagen- als auch Spezialwissen werden durch Wissenschaftler und Praktiker verschiedener Fachrichtung in ausreichendem Umfang vermittelt. Der Studiengang knüpft an Vorwissen an und befähigt die Studienabgänger, anschließend in den Bereichen Beratung (Fachanwalt für Medizinrecht), Verwaltung (Ministerien, Kassen(zahn)ärztliche Vereinigungen, Versicherungen, Krankenhäuser, große Medizinische Versorgungszentren, ärztlichen Berufsverbänden etc.), aber auch in der Gesundheitspolitik sowie in Unternehmen des Gesundheitswesens (z.B. Pharmaindustrie) tätig zu sein. Ein Bedarf für Experten des Medizinrechts besteht jetzt schon. Dieser Bedarf wird bei weiterer Mittelverknappung und gleichzeitigem Anstieg ärztlicher Behandlungs- und Präventionsmöglichkeiten und aufgrund der äußerst vielfältigen ärztlichen Organisations- und Versorgungsformen im Gesundheitswesen weiterhin deutlich ansteigen.

Der Abschluss des Studiengangs wird die Absolventen befähigen, auf diesem Spezialgebiet anschließend verwaltend, beratend und gestaltend tätig zu sein. Aus jetziger Sicht werden in der Praxis künftig noch mehr Experten des Medizinrechts benötigt als bisher. Wichtig ist dabei, dass die Studierenden bei den widerstreitenden Interessen im Gesundheitswesen (Politik, Krankenkassen, Ärzte, Patienten etc.) schon während des Studiums unterschiedliche Positionen und Erwartungen der am Gesundheitswesen Beteiligten kennenlernen, so dass sie später bei fachübergreifenden Gremien, Beratungen und Verhandlungen die jeweilige Position und Machtverhältnisse des jeweiligen Gegenüber strukturell schon vorher kennen. Durch die Qualifikation und Berufserfahrung der Dozenten kann hierzu viel beigetragen werden; unterschiedliche Sichten sollen vermittelt werden. Bloße Normenkenntnis wird durch Erfahrungen aus der Praxis sinnvoll ergänzt.  

[...]

Der Antrag „Medizinrecht" der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der WWU hat eine vorzügliche Qualität auf allen Ebenen der Bewertung, basiert auf einer modernen Konzeption eines multidisziplinären und multiprofessionellen sowie Theorie-Praxis-orientierten querschnittigen Medizinrechts, setzt diese curricular sowohl wissenschaftlich wie berufsfeldorientiert konsequent um und ist fachlich-personell exzellent ausgestattet. [...]"   

Qualitätssicherung

Der hohe Qualitätsstandard des Studiengangs spiegelt sich nicht nur im Curriculum oder in der Auswahl der Dozenten wider: erste Rückmeldungen von Interessenten belegen, dass das Programm bei ihnen und ihren Arbeitgebern auf große Resonanz stößt.

Um den hohen Standard langfristig zu gewährleisten, wird die strategische Ausrichtung des Programms in regelmäßigen Abständen von einem Executive Board überprüft. Dabei wird das Curriculum zeitnah an veränderte Marktlagen angepasst.

Darüber hinaus haben natürlich auch die Teilnehmer die Möglichkeit, auf die Entwicklung des Studiengangs Einfluss zu nehmen. Im Anschluss an jede Veranstaltung werden Inhalte und Dozenten evaluiert. In einer abschließenden Gesamtevaluation am Ende des Studiengangs werden zusätzlich Aspekte wie der organisatorische Ablauf des Studiengangs oder die Berufsmarktorientierung mit einbezogen. Die Ergebnisse dieser Befragungen werden analysiert und ausgewertet und zur kontinuierlichen Weiterentwicklung des Programms herangezogen.