Die Akkreditierung & Qualitätssicherung

Mit dem Ziel, bis 2010 einen gemeinsamen europäischen Hochschulraum zu schaffen, hat Deutschland zusammen mit seinen europäischen Nachbarstaaten im Jahr 1999 die sog. Bologna-Erklärung unterzeichnet, die wohl umfangreichste Hochschulreform neuerer Zeit.

Auffälligstes Merkmal dieser Reform ist die geplante Umstellung aller Studiengänge auf das zweistufige Bachelor-/Master-Studiensystem.

Bei der Neustrukturierung der Studiengänge muss sichergestellt werden, dass gewisse fachliche Mindeststandards eingehalten bzw. bestimmte Strukturvorgaben erfüllt werden. Daher müssen sich alle Bachelor- und Masterstudiengänge einem Akkreditierungsverfahren unterziehen, das auf ländergemeinsamen Vorgaben der Kultusministerkonferenz basiert. Studierenden und Arbeitgebern sollen dadurch verlässliche und aussagekräftige „Kennzahlen“ hinsichtlich der Qualität von Studienprogrammen und Hochschulen gegeben werden. Die Akkreditierung ist Voraussetzung für die staatliche Genehmigung neuer Studiengänge.

Auf Beschluss der Kultusministerkonferenz wurde daher ein nationaler Akkreditierungsrat eingerichtet, der für die Einhaltung und Durchsetzung vergleichbarer Qualitätsstandards zuständig ist und bestimmte Grundanforderungen an das Akkreditierungsverfahren definiert. Die eigentliche Akkreditierung von Studiengängen erfolgt letztlich durch Akkreditierungsagenturen, die sich ihrerseits vom Akkreditierungsrat akkreditieren lassen müssen und an dessen Beschlüsse gebunden sind.

In Deutschland sind insgesamt sieben Akkreditierungsagenturen berechtigt, das Qualitätssiegel des Akkreditierungsrates zu vergeben. Eine dieser Agenturen ist die Agentur für Qualitätssicherung durch Akkreditierung von Studiengängen (AQAS e.V.).

Der Masterstudiengang „Real Estate Law“ wurde am 10.10.2005 von AQAS e.V. mit dem akademischen Hochschulgrad „Master of Laws“ (LL.M.) akkreditiert. Die Reakkreditierung des Studiengangs erfolgte 2010 (Urkunde).

Das Akkreditierungsverfahren ist grundsätzlich in mehrere Phasen gegliedert:

1. Antragserstellung & Eröffnung des Verfahrens
2. Begehung durch eine Gutachtergruppe
3. Abschluss des Verfahrens und Akkreditierung durch die Akkreditierungskommission von AQAS e.V.

Auszug aus dem Bericht von AQAS:

"[...] Die Qualität des Curriculums wird durchgängig positiv bewertet: Es ist konsequent an den Zielen orientiert, so dass zu erwarten ist, dass diese Ziele auch erreicht werden. Auch die Gewichtung der Module erscheint angemessen.

Da das Curriculum nur aus Pflichtveranstaltungen besteht, sollte, um den Studienfortschritt des Einzelnen nicht zu sehr zu beeinträchtigen, die zweite Wiederholungsprüfung zeitnäher angeboten werden.

Alle Unterrichtsmodule werden von Hochschuldozenten mit Praktikern gemeinsam gestaltet. Die Gutachter begrüßen das vorgestellte Co-Teaching-Modell unter verstärktem Einsatz von Fallstudien, da hierdurch der Dialog zwischen Praxis und Wissenschaft sowie zwischen Betriebswirtschaft und Jura gefördert wird.

Im Grundsatz erfüllt der Studiengang die Voraussetzungen für eine gute Berufsorientierung. Der Bedarf an dieser Zusatzqualifikation ist groß, wie auch die Zahl der Fachzeitschriften sowohl aus juristischer wie auch aus wohnungswirtschaftlicher Sicht zeigen, die sich gerade intensiv mit den in dem Lehrangebot enthaltenen Inhalten auseinandersetzen. [...]"

Auszug aus dem Gutachten im Rahmen der Reakkreditierung 2010:

"Insgesamt lässt sich aus der Sicht der Gutachtergruppe sagen, dass alle vier LL.M. und EMBA-Studiengänge ein Bedürfnis in der rechtlichen Praxis besteht. Immer mehr Rechtsanwältinnen / Rechtsanwälte müssen für einen erfolgreichen beruflichen Einstieg bzw. bei einem beruflichen Aufstieg immer öfter Zusatzqualifikationen nachweisen. Mit den vier bestehenden Studiengängen gelingt dies ohne weiteres. Das gleiche gilt für Volljuristen, Wirtschaftsjuristen und auch Wirtschaftswissenschaftler, die keine Anwaltszulassung haben. Gerade auch in Unternehmen außerhalb von Anwaltskanzleien spielt im Rahmen betrieblicher Fortbildung auch die Erweiterung des Fachwissens eine wichtige Rolle.

Die Studiengänge zeichnen sich insbesondere auch durch eine große Praxisnähe aus.

Die Zusammenstellung der Module verlangt von den Studierenden nicht nur die regelmäßige Mitarbeit, sondern gerade auch bei den Klausuren und bei der Masterarbeit die wissenschaftliche Durchdringung der einzelnen Materien.

[...]

Die Unterstützung der Studierenden in den Studiengängen erfolgt vor allem durch die Mitarbeiter der JurGrad gGmbH, die für die Organisation der Veranstaltungen und den formalen Ablauf der Module insgesamt verantwortlich sind. Die Mitarbeiter der JurGrad übernehmen ebenso die Beratung der Studierenden in Bezug auf formale Vorgaben, Ablauf und Organisation der Studiengänge. Die inhaltliche Beratung wird von den Dozentinnen und Dozenten sowie den Studiengangsverantwortlichen übernommen. Im Rahmen der Begehung wurde deutlich, dass ein enger Kontakt der Studierenden zu den Lehrenden und zu den Mitarbeitern der JurGrad besteht, der eine gute Betreuung ermöglicht.

Die im Rahmen der Begehung vorgelegte Workloaderhebung ist auf Grund der kurzen Laufzeit der Studiengänge noch nicht sonderlich repräsentativ. Sie zeigt jedoch, dass der Workload bei den bisher evaluierten Jahrgängen zwar sehr anspruchsvoll aber angemessen ist und durch die Studierenden geleistest werden kann.

Die Studiengänge sind in der Regelstudienzeit studierbar.

[...]

Die personelle Ausstattung ist quantitativ und qualitativ als sehr gut anzusehen.

[...]

Die sächliche und räumliche Ausstattung der Unterrichtsräume kann ebenfalls als sehr gut angesehen werden. Die Räumlichkeiten sind modern und mit zeitgemäßer Technik ausgestattet. Alle Räumlichkeiten bieten Platz für bis zu 45 Arbeitsplätze und sind behindertengerecht. Es gibt einen Cateringbereich, in dem die Teilnehmer zu Mittag essen und mit Pausengetränken und -verpflegung versorgt werden. Die Benutzung von Laptops und der Zugang zum Internet sind für jeden Teilnehmer sichergestellt. Für weitergehendes Selbststudium und die Anfertigung der Masterarbeit stehen den Teilnehmern Räumlichkeiten in der nahegelegenen Bibliothek der rechtswissenschaftlichen Fakultät der WWU mit umfangreichem Zugang zu Datenbanken zur Verfügung. Des Weiteren sind die Bibliotheksräume der Universitäts- und Landesbibliothek Münster nutzbar, die auch am Wochenende ganztägig geöffnet sind. Zusätzlich können diese Ressourcen auch über das Internet oder spezielle Zugangstechniken vom häuslichen Arbeitsplatz genutzt werden.

Aus der Sicht der Gutachter ist die Durchführung der Studiengänge somit sowohl hinsichtlich der qualitativen als auch quantitativen personellen, sächlichen und räumlichen Ausstattung gesichert.

[...]

Die Ziele des Studiengangs, vertiefte Kenntnisse auf dem Gebiet des Immobilienwirtschaftsrechts zu vermitteln, überzeugen. Der Studiengang erschließt das Immobilienwirtschaftsrecht als Querschnittsmaterie und geht damit weit über die Einzelaspekte hinaus, die im grundständigen Jurastudium gelehrt werden. Dort wird das Immobilienrecht nur sporadisch behandelt und lediglich zusammenhanglos in verschiedenen Vorlesungen (z.B. im Sachenrecht oder Werkvertragsrecht) angesprochen. Durch den Studiengang Real Estate Law wird diese evidente Lücke in der rechtswissenschaftlichen Ausbildung auf – wie die einzelnen Module und Kurse zeigen (dazu sogleich) wissenschaftlich hohem Niveau geschlossen.

Der Studi
engang entspricht zudem Bedürfnissen der Praxis, wo sich der Bereich „Real Estate Law“ in den letzten Jahren in Anwaltskanzleien aber auch in Unternehmen fest etabliert hat und wo entsprechend ausgebildete Absolventinnen und Absolventen nachgefragt werden. Die vollständige Belegung der angebotenen Studienplätze belegt die Reputation, welche auch der Bewerbermarkt dem Studiengang Real Estate Law jetzt schon beimisst.

Der Studiengang Real Estate Law harmoniert ferner mit dem Profil der Universität Münster. Die Hochschulleitung hat plausibel dargelegt, dass sie weiterbildenden Masterstudiengängen eine hohe Relevanz beimisst. Auch inhaltlich passt der Studiengang zur Universität Münster, die gerade im Bereich der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften einen bundesweit ausgezeichneten Ruf genießt.

[...]

Der Studiengang Real Estate Law entspricht sowohl hohen wissenschaftlichen Anforderungen als auch dringenden praktischen Bedürfnissen nach Absolventinnen und Absolventen in diesem Querschnittsgebiet. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass er sich – verglichen mit anderen juristischen Masterstudiengängen - schon nach kurzer Zeit als Erfolgsmodell etabliert hat. Besonders hervorzuheben sind schließlich die hervorragenden personellen und sächlich-räumlichen Ressourcen, die den Studiengang Real Estate Law auch insofern auszeichnen."

Qualitätssicherung

Der hohe Qualitätsstandard des Studiengangs spiegelt sich nicht nur im Curriculum oder in der Auswahl der Dozenten wider: Rückmeldungen von Teilnehmern und Absolventen belegen, dass das Programm bei ihnen und ihren Arbeitgebern auf große Resonanz stößt.

Um den hohen Standard langfristig zu gewährleisten, wird die strategische Ausrichtung des Programms in regelmäßigen Abständen von einem Executive Board überprüft. Dabei wird das Curriculum zeitnah an veränderte Marktlagen angepasst.

Darüber hinaus haben natürlich auch die Teilnehmer die Möglichkeit, auf die Entwicklung des Studiengangs Einfluss zu nehmen. Im Anschluss an jede Veranstaltung werden Inhalte und Dozenten evaluiert. In einer abschließenden Gesamtevaluation am Ende des Studiengangs werden zusätzlich Aspekte wie der organisatorische Ablauf des Studiengangs oder die Berufsmarktorientierung mit einbezogen. Die Ergebnisse dieser Befragungen werden analysiert und ausgewertet und zur kontinuierlichen Weiterentwicklung des Programms herangezogen. Eine Reihe von Zitaten aus diesen Evaluationsbögen finden Sie in der Rubrik "Der Studiengang in Kürze".